Alles Käse

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kaesenudeln-essenWas soll ich sagen. Es ist genau fünf Jahre her, dass mir täglich „mulmig“ zumute war. Ich aß bizarre Gerichte wie gebratene Champignons mit Ketchup und Apfel (ja, igitt!) oder Salat mit Fischstäbchen zum Frühstück (nicht gerade das, was man unter einem appetitlichen Frühstück versteht) und ich musste mich ab und an übergeben (was aber nicht am Essen lag)  – dieses Unwohlsein wurde im April wieder besser. Ein paar Spiele der Fußball-EM hatte ich, aufgrund von ein paar Unannehmlichkeiten, im Krankenhaus sehen müssen. Zwei Monate später erblickte ein kleiner Mann – vier Wochen früher als angedacht, aber gesund – das Licht der Welt.

Und, wie soll ich sagen…fünf Jahre später ereilt mich ein analoges Schicksal. Aber das heutige übertrifft es, zumindest was die Übelkeit angeht, um Längen. Seit nunmehr Anfang Februar geht es mir so schlecht wie schon lange nicht mehr. Es hat sogar einen Namen: Hyperemesis gravidarum – schwere Schwangerschaftsübelkeit. Die ging dann soweit, dass mein Körper begann auszutrocknen und die Frauenärztin mich prompt in ein Krankenhaus überwiesen ließ.

Dort lag ich drei Tage, genoss die Vorzüge von Vomex und Elektrolyten und ging nach Entlassung zum Hausarzt. Der gab mir einen Krankenschein und Rezepte für Vomex und ein Schilddrüsenhormon – da bei mir noch eine Unterfunktion festgestellt wurde. Mein Doktor X erklärte mir, wenn mein Hormonhaushalt bis Ende der Schwangerschaft auf diesem niedrigen Level bliebe, würde ich nicht nur Dauermüde und Dauerkälte empfinden, ich könne auch ein „Crouton“ gebären.

Daher fuhr ich rasch in die nächste Apotheke, kaufte brav meine Pillen und verkrümelte mich ins Bett. Da blieb ich gefühlt den gesamten Februar und kam nur zum Eimer leeren, Toilettengang, Waschen wieder heraus. Na gut, ich übertreibe gerade ein wenig. Aber ich war ungemein müde und schlapp, hatte keinen Appetit, fand alles zum Kotzen und wünschte mir nur meine Ruhe.

Seither bin ich krankgeschrieben. Da soll noch jemand behaupten, man sei doch „bloß schwanger“ und nicht krank. Nein! Ich fühlte mich krank. Wirklich!

Aber dem Baby geht es gut! Beim letzten Termin, bei meiner Gynäkologin, wurde bei mir jedoch ein Blutdruck von 90/60 gemessen. Ich solle viel mehr trinken und versuchen, mich nicht zu übergeben – lautete ihre Empfehlung – Hauptsache, ich habe nicht wieder Ketone im Urin. Ketone sind Stoffwechselabbauprodukte, die dort nicht sein dürfen.

In der Schwangerschaft arbeitet der weibliche Körper auf Hochtouren, um diesem kleinen Menschen eine wohlige Höhle der Geborgenheit zu schaffen. Das hat eben Auswirkungen auf den eigenen Körper, aber auch auf das eheliche Zusammenleben.

Mein Mann litt ebenso. Ich verbot ihm auch nur irgendwas zu kochen oder zu braten. Ich hasste Gerüche aller Art, besonders Kochgerüche! Ich konnte außerdem nicht aufhören zu würgen, wenn ich sein Parfüm roch. Schließlich mutierte zum Vampir. Prahlte ich bisher immer, dass es mir nichts ausmache, wenn jemand Knoblauch gegessen hatte. Aktuell rieche ich auf weite Distanz die Ausdunstung eines mit Knoblauch vollgepumpten Gourmets. Dazu gehören mein Mann und Sohnemännchen. Essen ohne Knobi und ohne Zwiebeln – dit funktioniert nicht, verdammt noch mal! Knoblauch und Zwiebeln kommen eben in jedes Gericht rein!

Ich vernahm die Zwei aus all ihren Poren. Besonders nachts – da ist die Verdunstung meines Erachtens am größten. Das war auch ein Grund, warum mein Mann einmal auf der Couch übernachtete. Freiwillig. Vermutlich lag es aber auch daran, dass ich seither mit offenem Fenster schlafen wollte. Schwangere sind frischluftsüchtig – und dazu kommt, dass ich in geschlossenen Räumen zerfließe. Inzwischen schlafe ich im Hemdchen, mein Mann in wolliger Jacke! Er litt und leidet mit mir.

Dann schickte ich ihn einkaufen, weil ich an einem Tag auf eine spezielle Köstlichkeit Appetit hatte. Er tat mir den Gefallen, es sogar zuzubereiten. Doch im nächsten Moment erbrach ich mich sofort und wollte das nie wieder essen.

Dazu kamen nächtliche Essgelüste. Zwischen 2 und 3 Uhr nachts – vor zwei Wochen begann es: Ich wachte auf, ging Pipi machen, trank etwas und überlegte, was ich essen könnte. Deftiges musste her. Einmal sehnte ich mich nach Kartoffelklößen mit Sauerbraten, ein anderes Mal nach Nudeln mit Käsesoße. Während mein Magen knurrend und zuckend auf seinen Wunsch wartete, suchte ich auf diversen Kochseiten im Internet die köstlichsten Gerichte raus und starrte auf die hinreißenden Bilder. Wie ein Pawlowscher Hund füllte sich mein Mund mit Speichel. Da ich nachts weder Lust hatte den Herd anzuschmeißen, um Käsenudeln zu kochen noch weiterhin magenknurrend ins Handy starren wollte, erbarmte ich mich und folgte meinen Füßen in die Küche. Der Sandwichtoaster war die Rettung. Er gaukelte meinem Magen ein warmes Käsegericht vor und es roch nicht so streng nach Kochen: ein Käsetoast fühlte sich so gut an. Tagsüber war an Gelüsten nach Deftigem nicht zu denken. Ein Bild mit Klößen vor meinem geistigen Auge und ich erbrach mich gleich wieder. Aber ein Toast mit Käse hatte immer einen Platz in meinem Magen.

Seit vergangenen Freitag werden sogar andere Lebensmittel wieder durch die Magenpforte gelassen. Meine Übelkeit scheint sich –vorsichtig gesagt- zu bessern! Ich habe endlich wieder Appetit auf andere Lebensmittel, mein Kreislauf macht auch nicht mehr so schnell schlapp und mein Magen weckt mich nicht jede Nacht mit Knurren und Murren auf.

Habe mich am Wochenende sogar vorgewagt und Königsberger Klöpse gekocht, zwar ohne Zwiebeln, aber ich habe Klöpse mit Kapern gekocht, sie gegessen und es hat geschmeckt. Junior war nicht so begeistert, aber mein Mann! Er aß drei Portionen. Kein Wunder, ihm muss ja alles schmecken nach dem Essen-Entzug. Dann gehen auch Klöpse ohne Zwiebeln. Die Frischluft brauche ich aber noch immer – das Schlafzimmer ist nachts zwar noch kühl, aber die Nächte werden langsam ja wieder wärmer. Ein kleiner Trost für ihn.

Dankeschön, liebe 13. Schwangerschaftswoche, dass es mir endlich besser gehen darf!

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Eifersucht

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„Ich oder dein Handy“ mein Kommentar zur Smartphone-Studie von TNS Emnid

„So ein Quatsch!“, dachte ich, als ich von der Studie las, die besagt, dass inzwischen jeder vierte Deutsche auf das Smartphone seines Partners eifersüchtiger sein soll, als auf einen potentiellen Flirtpartner. Immerhin besitzt nach einer Bitkom-Studie schon jeder dritte Deutsche ein Smartphone. Tendenz steigend. Bei uns Zuhause, wir sind zu Dritt, hat jeder Zweite eins. Sind wir eifersüchtig auf Nokia oder iPhone? Eigentlich nicht, obwohl wir genau genommen ziemlich häufig auf dessen Bildschirme blicken, während wir von neugierigen Augen unseres Zwerges beobachtet werden. Er ist noch zu klein für ein Smartphone, hat jedoch ein Spielzeugersatzhandy, das immer dann herhalten muss, wenn unsere Originale zu interessant für ihn werden. Geschenkt haben es Oma und Opa, die zwar keine Smartphones, aber ein großes Herz besitzen. Das Kinderhandy macht Musik und unser Zwerg trägt es ziemlich oft am Ohr haltend mit sich. Dennoch findet er unsere Originalgeräte interessanter und klaubt sie das ein oder andere Mal vom Tisch, was Mama und Papa zwar nicht eifersüchtig werden lässt, aber leicht entnervt registrieren.

Erst kürzlich wartete ich an der roten Ampel gegenüber des City Carrés. Genau dort spielte sich ein Streit ab. Ein Pärchen stand vor dem Eingang, etwa einen Meter voneinander entfernt. Sie gestikulierte stark, während er, mit Kapuze überm Kopf, sich langsam von ihr wegbewegte. Die Ampel wurde grün und so schritt ich, neugierig wie ich war, langsam hinüber, an den beiden vorbei. Sie schrie ihn an, mit vorgebeugtem Oberkörper und ich glaubte meinen Ohren kaum: „Nicht ich mach dich glücklich ey, sondern dein Handy!“ Das ist doch nicht zu fassen, dachte ich. Er betrügt sie mit Facebook, Whatsapp und Co.; seinem Smartphone! Beinah hätte ich geweint – vor Lachen, da klingelte mein Handy und die Kita war dran: „Ihr Kind ist krank!“ Mist! Schnell die Arbeit anrufen und Bescheid sagen! Ja, für solche Fälle ist es eben doch gut, immer erreichbar zu sein, da ist auch mein Mann nicht eifersüchtig.

Kreislauftraining

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Tja, eigentlich wollte ich längst im Schlummerland sein, klappt aber irgendwie nicht. Inzwischen ist es 1 Uhr und ich bin so wach, als hätte ich das Abendessen durch eine Kanne Kaffee ersetzt. Zusätzlich plagen mich Magenschmerzen. Das Männchen ist in Leipzig unterwegs und ich starre zwischen Laptop und Käsemond hin und her. Draußen sind es milde 15 Grad. Die Nacht ist eigentlich viel zu schade um sie zu verschlafen.

Nur gut, dass sich das unser Kind nicht denkt. Er schläft tief und fest, nachdem er sich beim Einschlafen quer durchs Bett gewühlt hatte. Jeden Abend dreht er sich um die eigene Achse und sucht à la Sid die beste Einschlafposition. Seit einigen Wochen dreht er aber nicht nur Pirouetten – nee, er manövriert sich im Schlafsack auf den Bauch, um dann wie ein Stein einzuschlafen. Ganz gleich, ob er dann mit dem ganzen Gesicht die Matte platt macht. Nase und Mund fest auf die Liegefläche aufgedrückt, wuselte ich anfangs ums Kind herum, sorgend ob er auch wirklich die benötigte Atemluft bekommt. Inzwischen legt er wenigstens sein Gesicht zur Seite ab. Da flattert einem schon mal das Mutterherz.

Ähnlich eines Herzinfarktes nahe bin ich jedes Mal beim Straßenbahn fahren. Mein Gott, was für eine Nervenblankmach-Tour jedes Mal! Es ist ja nicht so, dass ich mit dieser Negativeinstellung die erste Fahrt mit Kinderwagen antrat. Gemächlich zuckelte ich zur Haltestelle und musste feststellen: „Mit dieser Bahn kannst‘e nicht fahr‘n!“ Das ist ´ne alte und die Stufen schienen mir unüberwindbar mit Kinderwagen!“ Ich guckte auf die Uhr – die nächste würde ja gleich kommen. Mein Blick schweifte umher und da stand ein Angestellter der Verkehrsbetriebe, der ebenfalls auf die nächste Bahn wartete. Die Dienstbekleidung stand ihm gar nicht – das Grün sah an ihm aus wie ein Müllsack. Grün ist bekanntlich eine Tarnfarbe – daher auch die Kleidung der Bundeswehr und Jäger oder dergleichen. Ich schenkte ihm keine weitere Beachtung.

Nach gestandenen 20 Minuten rollte die nächste Bahn an. Es war tatsächlich ein Niederflurfahrzeug mit nur einer Stufe, passt! Jedoch Rollstuhlfahrer haben‘s hier schwer – wie sollen sie diese -etwa 50 Zentimeter hohe- Anhöhe erklimmen? Meinen Gedanken nachhängend schob ich die Front des Wagens in die Bahn, da schlossen sich plötzlich die Türen. Lenny bekam den Ruckler voll ab und wurde wach. Ich schrie auf! „Das kann doch nicht wahr sein!“ Dabei suchte ich nach helfenden Händen. Von weitem blickte ein Passant zu mir, lief aber weiter. Der „Getarnte“ hatte sich bereits einen Platz in der Bahn gesichert. Panisch presste ich meine rechte Hand gegen den Türöffner, es funktionierte. Der Schließdruck ließ nach und mit Schwung schob ich den Wagen hinein. Völlig durchgeschwitzt setzte ich mich hin und fluchte gegen die Verkehrsbetriebe. Dabei schaute ich vorwurfsvoll das grüne Männchen an. Der blickte nur zu Boden. Ich kiekte in den Kinderwagen, Lenny strahlte mich an – alles war wieder gut, ich beruhigte mich.

Doch irgendwie war es nicht mein Tag. So saß ich da und tat was alle tun, die nicht wie Zombies auf ihre Smartphones glotzen: Menschen beobachten. Und so schnappte ich unweigerlich Gesprächsfetzen zweier Typen auf, die offensichtlich zu viele Schnäpse verdrückt hatten – zumindest rochen sie so. Der eine sah aus wie ein Kapitän. Unter seiner marineblauen Mütze schauten blonde Strähnen hervor, ihm fehlte nur noch die Pfeife. Sein Kumpel sah aus wie ein Boxer mit Hut. Er hatte Bücher unterm Arm geklemmt und wollte nun die Bahn verlassen. Beim Aussteigen senkte er seine Stimme und schwafelte dem anderen zu: „Wenn wir das machen, dann kommen wir wieder in den Knast und da können wir die hier nicht lesen.“, nickte dabei den Büchern entgegen. Der andere lachte. Der Boxertyp stieg aus und ich war froh darüber.

Die Bahn erreichte meine Haltestelle, endlich! Gerade als ich zur Tür hinaus wollte, drängelten sich Mitfahrer wie aufgescheuchte Tiere an mir vorbei. Bei den Verkehrsbetrieben muss alles fix gehen. Doch beim Aussteigen war ich nicht Herrin der Lage: An den Türen flogen ich und Kinderwagen irgendwie raus. An der Kante stolperte ich und rutschte. Mein Herz blieb fast stehen. Ich sah mich schon mit Kind auf der Straße liegen und heulen. Bei solch Situationen kommen mir die Tränen vor Wut. Mein Adrenalinspiegel stieg enorm an. Ich tat einen Schritt nach vorn und schaffte es dann doch irgendwie den Wagen mit Kind fest zu umklammern. Wir landeten etwas unsanft auf der Straße. Der wartende BMW-Fahrer schaute mich schief an, als sei ich voll die Rabenmutter. Ich beeilte mich, auf den Fußweg zu kommen. Dort angelangt atmete ich tief durch und humpelte zitternd zur Ampel. Mein Gott, was für‘n Scheißerlebnis! Ich hasse Straßenbahnfahren und Menschen, manchmal… Wieso hilft denn da keiner? Sieht denn niemand mehr hin?

Aber nichtsdestotrotz fahre ich weiterhin Bahn. Das trainiert den Kreislauf. Doch seither drücke ich sicherheitshalber vorm Einsteigen den Türtaster zweimal. Und helfende Hände habe ich mir abgeschminkt. Schade eigentlich!

Entscheidungsfindung

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hoerbeitrag

Leider wird das Kind auch mal krank. Das ist dann nicht so toll. Vor allem, wenn man streng genommen selbst Schuld daran ist…

Wir haben Lenny letzte Woche impfen lassen. Er bekam die zweite Dosis des Sechsfachimpfstoffes injiziert. Und dieser Impfstoff hat es in sich: sechs Krankheitserreger Plus Nebenstoffe wie Aluminiumhydroxid und Aluminiumphosphat. Das letztgenannte kann laut der Homepage Impfschaden.info zu neurologischen, skelettalen und hämatologischen Vergiftungssymptomen führen (Quelle).

Impfen ist ein Streitthema. Ist es nun sinnvoll oder schädlich? Viele Eltern vertrauen den Empfehlungen der Experten der ständigen Impfkommission – der STIKO. Diese entscheidet, wann gegen welche Krankheiten geimpft werden soll.

Treffen Eltern die Entscheidung, ihr Kind später impfen zu lassen oder entscheiden sich gar dagegen, sollen sie dem Kinderarzt eine Verzichtserklärung unterzeichnen. Im Umkehrschluss – also im Falle einer Impfung, unterschreibt da etwa der Arzt, dass er dafür gerade steht, wenn das Kind Fieber bekommt oder sogar Spätfolgen davon trägt? Ich glaube nicht.

Dieses Impfthema macht mich ganz verrückt – das Internet macht mich wahnsinnig! Dort gibt es so viele Pros und Contras – es artet aus und im Endeffekt bin ich nicht schlauer als vorher, jedoch noch mehr verunsichert. Als ich mich dem Thema zum ersten Mal widmete, stieß ich  – im Internet – auf den Text einer Mutter, deren Kind nach der Impfung am plötzlichen Kindstod – SIDS verstarb. Ich war schockiert. Doch einschlägige Foren und Lennys Kinderärztin erklärten, dass nicht festzustellen sei, ob ein Zusammenhang zwischen der Impfung und dem plötzlichen Kindstod besteht. Ich entschied mich, Lenny nicht sofort  impfen zu lassen – auch auf Anraten eines Arztes. Der erklärte, er sei zwar kein Impfgegner, aber der Kleine ist ja die ganze Zeit bei mir zuhause. Woher soll er da z.B. Hepatitis bekommen? So bekam Lenny seine erste Impfung mit sechs Monaten. Zuerst die Schluckimpfungen gegen Rotaviren und schließlich den ollen hexavalenten Impfstoff, den Kinder dreimal im Abstand von einem Monat erhalten. Ich staunte nicht schlecht. Die erste Fuhre vertrug er ohne Probleme.

Doch bei der zweiten sah es schon ganz anders aus! Erst bekam er Fieber – zwei Tage und Nächte lang. Das bekam ich dann mithilfe von Zäpfchen in den Griff. Aber hinzu kam eine laaange schlaflose Nacht. Als Lenny gegen 23 Uhr noch nicht schlief, entschieden wir uns, ihn ins Bett zu holen. Zwischen uns geparkt schlief das Kind dann mal ein, wachte jedoch immer wieder auf und weinte. Irgendwann gegen 1 Uhr entspannte sich der kleine Mann und schlief endlich ein. Als Muttertier konnte ich natürlich nicht tief schlafen und wachte stündlich auf, um die Situation zu checken.

Einmal musste ich sogar schmunzeln: Lenny lag zwischen uns und hielt mit Papa Händchen, der sich ganz schön zusammenkrümeln musste, da der Kleine seine Ärmchen zu beiden Seiten ausstreckte. Und ich…ich guckte, was ich da in meinen Armen festhielt – Lennys Schnuffeltuchhäschen. Ja, so eine Nacht kann sehr facettenreich sein.

Am dritten Tag war er zwar fieberfrei, aber noch sehr unentspannt und krümmte sich, hatte Durchfall. Finger in den Mund und hineingeshaut: Er bekam doch tatsächlich Zähne! Nun grübelte ich: Waren die Schuld an seiner Negativstimmung oder war es die Impfung? Eine Woche später waren wir wieder bei der Kinderärztin. Die Praxis war relativ voll, aber dafür kamen wir schnell dran. Lennys Bauchweh war nicht akut, daher sah sie ein quicklebendiges Baby und erklärte, dass der Durchfall von den Zähnchen kommen kann. Ich soll den Bauch massieren, warm halten und sein Verhalten weiter beobachten. So verließen wir die Praxis, in der Hoffnung, es gehe ihm bald besser. Dass der Impfstoff ursächlich sein soll, erwähnte niemand. Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber ich habe Angst. Ich möchte das Richtige tun – aber was ist das genau? So informierte ich mich weiter und las Berichte von Eltern, deren Kinder nach den Impfungen behindert wurden, Allergien entwickelten oder ADHS bekamen. Gibt‘s da Zusammenhänge? Genauso fand ich Berichte von Eltern, bei deren Kindern nichts passierte.

Ich erinnerte mich an meine Kindheit. In der DDR wurde jedes Kind geimpft – Ärzte kamen sogar in die Schulen. Man stand in der Klasse und quasselte ganz aufgeregt mit seinen Freunden. Nach dem Pieks war man sogar stolz: „Hat gar nicht wehgetan!“ Heute bekomme ich Pipi in den Augen, wenn Lenny links und rechts eine Spritze bekommt. Aber so ist das nunmal. Ich habe die Entscheidung für‘s Impfen getroffen und werde es jetzt durchziehen. Ende April muss ich noch mal stark sein, dann ist die letzte Impfung fällig. Hoffentlich geht es ihm danach nicht wieder so schlecht.

Ich hoffe, es ist das Richtige. Das Szenario „Was wäre, wenn ich ihn nicht impfen lasse“ möchte ich nicht erleben. Im Endeffekt weiß ich nicht, was passieren würde.

Trotz meiner Entscheidung fühle ich mich nicht ausreichend informiert. Zwar habe ich vor dem Impftermin einen Elternratgeber von der Ärztin bekommen, allerdings ist Herausgeber ein Medikamentenhersteller und die Broschüre ist daher sehr einseitig geschrieben. So habe ich Lennys Kinderärztin mit Fragen gelöchert. Ich sprach mit einigen Muttis über das Impfen, auch mit meiner, sie war Krankenschwester. Sie sind alle dafür. Meine und die Schwiegermutti hatten Keuchhusten. Beide haben es überstanden – Gott sei Dank! Danach war ich der Meinung: OK, die Impfung muss sein.

Doch dann wurschtelte ich mich wieder durch‘s Netz und fand Lektüre von Impfkritikern. Ich bestellte das Buch „Macht Impfen Sinn?“ von Hans U. P. Tolzin. Es wurde kürzlich veröffentlicht und ich habe bereits angefangen es zu lesen. Inzwischen brökelt meine Entschlossenheit wieder.

Es ist nervenaufreibend und anstrengend. Ich denke einfach, Ärzte, Kassen und Bundesministerium für Gesundheit sollten mehr Aufklärungsarbeit leisten – in jede Richtung.

Es ist ätzend, dass vorrangig die Meinung herrscht, wer sein Kind nicht impfen lässt, schadet ihm. Es gibt immer zwei Seiten und die sollten auch gleichberechtigt betrachtet werden. Genauso könnte man meinen, wer sein Kind impfen lässt, schadet ihm: Impfschäden, durch eine Impfung hervorgerufene Allergien etc. sind irreparabel.

Ich hoffe einfach, jeder Vati, jede Mutti, jeder Sorgeberechtigte informiert sich auf beiden Seiten über Risiken und Nebenwirkungen, sucht Gespräche mit dem Kinderarzt und wägt ab. Diese Entscheidung sollte man sich nicht (ab)nehmen lassen.

Hier einige Links zum Thema:

Herstellerinformationen zum Sechsfachimpfstoff

Contra

Alternative und kritische Info zur Gesundheit (Webblog aus Österreich, finanziert durch Spenden, Hg.: Sascha Amolsch)

Zeitschrift für unabhängige Impfaufklärung (finanziert durch Einnahmen aus Verkauf, Initiator: Journalist u. Autor Hans U. P. Tolzin)

Zentrum der Gesundheit  (finanziert durch Produktverkauf, Hg.: Neosmart Consulting AG in Zürich – Schweiz)

Vitalstoff Journal (vermutlich finanziert durch Produktverkauf, Hg.: COM Marketing AG in Sachseln – Schweiz)

Bild.de (finanziert durch Einnahmen aus Anzeigen Hg. Bild digital in Berlin, verantwortlich: Manfred Hart, Chefredakteur)

Pro

Tagesspiegel (finanziert durch Einnahmen aus Anzeigen, Hg.: Verlag Der Tagesspiegel GmbH)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Einnahmen aus Steuergeldern, Hg.: Bund, Direktorin Elisabeth Pott)

Focus online (Einnahmen aus Anzeigen, Produktchef: Oliver Ebert)

Bundesministerium für Gesundheit (Einnahmen aus Steuergeldern, Hg.: Bund, Leitung: Christian Albrecht)

Robert Koch Institut (Einnahmen aus Steuergeldern, Hg.: Bund, verantwortlich: Günther Dettweiler)

Für Lenny Alexander

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Oh je, oh je,

der Mund tut weh!

Da freuen sich Mutti und Vati seit Monaten schon,

nach Tonnen der Sabber kommt das erste Zähnchen – welch Lohn!

Leider begleitet durch Weinen und Fieber,

hätten wir Eltern die Zahnfleischfelge lieber?

Nein, so ist‘s gut, bald gibt‘s endlich Schnitzel und Leberwurststulle,

und dann willst du sie nicht mehr – deine Milchpulle.

Doch das zeigt uns – jetzt wirst du groß!

Wie schnell vergeht die Zeit denn bloß?!

Eben lagst du noch hilflos rum,

und jetzt rollst du dich um deine Achse herum.

Auch „sprichst“ du schon im Baby-Slang,

und guckst uns an und es macht BANG

im Herzen und es rattert in unseren Köpfen,

denn wir sind verliebt in dich und schöpfen

viel Kraft und hoffen sie wird nützen,

dass wir dich auf ewig können beschützen!

…in Liebe…!

Lieber Gott, bitte gib mir ´nen Pömpel

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hoerbeitrag

Feuchttücher vertragen sich nicht mit dem Klo. Diese Erfahrung blieb mir heute Morgen,  kurz nach sechs Uhr, leider NICHT erspart. Nachdem ich den Kleinen sauber gemacht hatte, dachte ich: „Windelinhalt ins Klo schütten, dann müffelt die im Windeleimer nicht so…“ Allerdings gehörten nicht nur Feuchttücher zum Windelinhalt, sondern auch -naja- das alltägliche große „Baby-Geschäft“. Und leider gehört zum täglichen Geschäft der Eltern, sich mit dem Babydarminhalt auseinanderzusetzen. Ob Geruch, Farbe, Konsistenz oder Menge – diese Themen werden dann schon mal am Frühstückstisch ausgiebig analysiert. Aber keine Sorge, Eltern haben noch ganz andere Themen auf Lager. Sonst würden Freunde nie wieder zu Besuch kommen. Doch oft schweift man schnell zum Babythema über, weil es eben das ist, was einen absolut einnimmt. Wir Eltern machen das ja nicht absichtlich, wir können einfach nicht anders. Dein Kind BESTIMMT dich, verfügt über deine nicht vorhandene, freie Zeit und bedankt sich mit einem großen Häufchen und oft mit einem verschmitzten Lächeln.

Seit Lenny nun einen halben Monat Brei bekommt, will er nur noch essen. Aber das war schon immer so. Erst bekam er von Muttis Milch nicht genug, dann wollte er noch mehr von der Pulvermilch, um dann schließlich nooooch mehr Brei zu fordern. Doch wehe, die Zubereitung dauert mal etwas länger, weil es zum Beispiel noch zu heiß zum Essen ist. Dann steigt Baby vom „Mecker-“ auf „Kopf-wird-puterrot-und-ich-kreische-schrill-und-seeeehr-laut-Modus“ um.

Wird man eine Mutti, wird man automatisch zum Diener (nur ohne alberne Kostüme). Alles wird dem Kleinen recht gemacht. Das Essen bereitet man schnell und so gut wie möglich zu und sobald der Löffel im weit aufgerissenem Mündchen landet, gibt‘s als Dankeschön ein „Mmmmmm!“ Na bitte, dem Kind schmeckt‘s.

Jetzt mache ich mir Gedanken, denn der Kleine nimmt wöchentlich etwa 200 Gramm zu… Inzwischen ist er ein halbes Jahr alt und wiegt stolze 9 Kilo – bei Geburt waren es zarte 2.880 Gramm. (Musste eben echt nachgucken, ob er tatsächlich einmal so zart war…)

Sobald er satt ist, rülpst er – wie ein echter Kerl und ist wieder voll da. Dann ruft die Welterkundung! Doch Mutti denkt sich: „Ich lege ihn lieber erst mal hin, damit er etwas ruhen kann.“ FEHLANZEIGE! Unwillkürlich dreht er sich auf seinen vollen Bauch und – zu spät – schwallartig kommen Teile seines Mittagsbreis (irgendwas mit Möhren!) wieder raus. Fröhlich liegt er auf seiner Krabbeldecke, kiekt mich mit seinen großen freundlichen Augen an, die Möhrenpampe verteilt auf Decke, Pulli und Spielzeug… Und da ist sie wieder, die Dienerin, bereit das kleine Kind umziehen, Flecken zu bearbeiten und Waschmaschine anzuschmeißen – Tag für Tag! Ein Kind weiß intuitiv, wie es seine Muddi beschäftigen kann. Und damit sie auch mal in Genuss der frischen Luft kommt, schläft Kindchen Mittags nicht sooo gern im Bettchen ein, sondern im Wagen, beim Spaziergang, mit einem Auge kontrollierend, ob der Wagen auch wirklich bewegt wird.

Ein Kind ist nun einmal vollständig abhängig von den Großen. Es kann ja (noch) nichts. Es weint, weil es nicht reden kann. Es quengelt, weil es müde, die Windel voll ist oder, oder, oder. Wir Eltern sind stets auf der Suche nach dem Heul-Ursprung, tun ALLES, damit der Zögling wieder herzlich strahlt. Manchmal schaffen wir es, manchmal nicht. Das ist grausam. Dann ist Kindchen eben schlecht drauf, bekommt Zähne, hat `nen Pups verquer oder ist in einer „Phase“. Diese gesuchten Gründe sind eigentlich nur Tröster für Eltern, damit sie diese Heulzeit besser über- und verstehen. Und irgendwann kommt nach einer schlechten wieder eine gute Phase (oder eine noch schlechtere…).

Doch Elternsein ist nicht nur ziemlich angstrengend – es birgt auch das größte Glück auf Erden. Lacht dich dein Kind an, bist du gleich mindestens genauso happy. Das Kind, das bist du noch einmal. Es lernt von dir, es liebt dich – bedingungslos. Ich las einmal ein Zitat, das bei Facebook gepostet wurde:

„Die schönsten Juwelen, die eine Frau um den Hals tragen kann, sind die Arme ihres Kindes.“

Gefällt mir! 😉

Unser Kind ist glücklich, wenn es satt ist und nun sind wir an einem Punkt gelangt, an dem sich der Kreis schließt: Der Babydarm ist voll – und das kann der so richtig. Da stand ich also nach dem Windelwechsel vor dem Klo und starrte auf das von mir verursachte Schüssel-Chaos: Im Schlund des Donnerbalkens schwamm eine Feuchttücher-Kack-Lasagne und machte keine Anstalten in die ewigen Abflussrohre zu verduften. Pömpel zur Hand? Fehlanzeige! … Und da nix Greifbares (außer das Klo-Innere…) in der Nähe war, musste ich eben Hand anlegen… Was man nicht alles macht -ein Kind härtet ab. Doch eines versprech‘ ich euch Freunde – DAS will und werde ich nie wieder tun!

www.pixelio.de

Benjamin Klack  / pixelio.de

Also, nie wieder einen Klumpen aus Feuchttüchern und Darm-Mountains ins Klo kippen und demnächst einen Pömpel besorgen. Der steht nun auf unserer Einkaufsliste ganz oben!

Werdende Mama Teil 4

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Ich krallte mich ans Bett und an Ingolfs Hand fest, versuchte die Schmerzen zu ertragen. Wird es jetzt schlimmer? Ich bat um Wasser und bekam es prompt. *schluck*

Jetzt war‘s besser…

*aarg* noch so eine üble Wehe – man, man, man. Ich hatte mal bei youtube ein Video gesehen, das zwei Niederländer zeigt, die wissen wollten, wie sich Wehen anfühlen. Daher wurden die zwei Mutigen an Elektroden angeschlossen und mit Schocks penetriert. Anfangs lachten sie noch – das ließ schnell nach… Ich weiß nicht mehr, ob sie es durchgehalten hatten….

*arrrrrrg* noch so‘n Ding. Die kamen jetzt öfter und irgendwie heftiger. Ich schaute zu Ingolf und knirschte: „Ich glaub, ich will ’ne PDAaaaaaaahh!“

Gestöhnt, getan! Klingeling und schon war die Hebamme da. Ihr warf ich meinen Wunsch in Wortfetzen zu und sie ließ die Anästhesistin rufen. Dafür wurde ich vorbereitet, Ingolf musste den Kreißsaal verlassen. Herein kam eine Schwester: Schlank, dunkles langes Haar und sehr hübsch, wenn sie nicht so blass wäre.

Draußen wartete Ingolf. Plötzlich schlurfte eine untersetzte Frau an ihm vorbei. Er dachte „Putzfrau“, sie fragte: „Wo ist die werdende Mutti?“ Er zeigte mit dem Finger zur Tür und sie ging rein… Er: ???

Sie kam hinein und ich schaute auf. Ihre Begrüßung lautete: „Ich an Ihrer Stelle hätte nachts um drei Uhr keinen Anästhesisten aus dem Tiefschlaf geklingelt…“ Mein Hirn arbeitete und überarbeitete die Worte – war das eben irgendwie negativ? Da musste ich doch sicher gehen: „Muss ich mir Sorgen machen???“ Immerhin ist es bestimmt nicht sooo leicht, im wachen Zustand ne Nadel in eine bestimmte Stelle am Rücken hineinzuwurschteln. Wie soll sie das erst in ihrem Halbschlaf hinkriegen???!!!??? In diesem Moment ging mir das noch nicht durch den Kopf – ganz ehrlich, ich stand irgendwie neben mir und grinste alle an. Immerhin kommt da gleich ein Kind zur Welt. Das Kind kommt aus mir heraus! Sowas muss man erst einmal unter den Schmerzmitteln checken…

Zurück zu meiner Frage an die schlurfende Betäuberin. Sie kiekte mich leicht ironisch an, bemerkte meine kleine Sorgenfalte und schüttelte selbstredend den Kopf. Nun sollte ich mich aufsetzen, bekam eine kleine Unterweisung durch die blasse Schwester, die nur vor meinen Augen wie ein Leichentuch aussah… Und *schwups* ließ sie sich in den Stuhl plumpsen, wo kurz zuvor Ingolf saß. Ich: „Ist Ihnen nicht gut?“ Sie: „Ach geht, mein Kreislauf…wenig Schlaf eben.“ Ich bot ihr mein Wasser an….doch sie lehnte ab…. HALLO, da mache ich mir noch Sorgen um die. Bin ich nicht diejenige, die gleich ne Kanüle direkt neben die Wirbelsäule gepiekt bekommt?!

Die untersetzte Anästhesitin erklärte, ich solle mich vorbeugen und Bescheid sagen, sobald ne Wehe kommt. Sie friemelte hinter mir rum, fragte mich nach meiner Größe und plötzlich merkte ich….NICHTS – außer der zwei Wehen natürlich.

Mit einem Male war mir richtig wohl. Also entweder hätte ich mich schon viel früher setzen oder aber die Betäuberin rufen sollen. Kurzer Hand verschwanden Minianä und ihre blasse Schwester und Ingolf durfte wieder hinein. Ganz ehrlich, zurückblickend läuft alles wie im Film ab, den man vorspult…die Zeit rannte und rannte…

Die Hebamme schaute nach und fragte: „Also ich weiß nicht, was Sie gemacht haben, aber der Muttermund hatte sich weitere drei Centimeter geöffnet….“

Ich bekam Presswehen…

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